Die Handballerinnen der Füchse Berlin sind erfolgreich in die neue Saison gestartet. Beim Ligaauftakt bei den Luchsen Rosengarten setzte sich das Team von Trainerin Susann Müller nach einer starken Aufholjagd mit 31:36 (17:16) durch. Dabei lagen die Berlinerinnen zu Beginn der zweiten Halbzeit bereits mit fünf Treffern zurück, ehe eine taktische Umstellung und eine starke kämpferische Leistung die Partie zugunsten der Füchse Frauen drehten.
Ohne die verletzte Kapitänin Lucy Gündel, sowie Britt van der Baan und Zoe Ludwig waren die Füchse in den Norden gereist. Davon ließ sich das Team zunächst jedoch nichts anmerken. Leoni Baßiner eröffnete direkt im ersten Angriff mit dem Treffer zum 0:1 aus Berliner Sicht die Partie. In der 3. Minute sorgte Naomi Conze für das 2:3. Beide Mannschaften lieferten sich eine attraktive und temporeiche Anfangsphase, in der innerhalb von nur dreieinhalb Minuten sechs Treffer zum zwischenzeitlichen 3:3 fielen.
Leoni Baßiner brachte die Füchse in der sechsten Minute per Siebenmeter beim 3:5 erneut mit zwei Toren in Führung. Die Luchse blieben allerdings dran und glichen zum 5:5 aus. Anschließend übernahm Berlin wieder das Kommando. Naomi Conze traf mit einem Rückraumkracher zum 6:8 und legte wenig später das 6:9 nach. Mitte des ersten Durchgangs reagierte Rosengartens Trainer Dubravko Prelcec mit seiner ersten Auszeit.
Die Maßnahme zeigte Wirkung. Die Gastgeberinnen kamen zurück und erzielten den 12:12-Ausgleich. Füchse-Trainerin Susann Müller nahm daraufhin in der 19. Minute ihre erste Auszeit. Rosengarten stellte seine Defensive auf eine offensivere 5:1-Formation um, mit der sich die Berlinerinnen zunehmend schwertaten. Neun Minuten vor der Pause gingen die Luchse beim 13:12 erstmals in Führung. Kurz vor dem Seitenwechsel gelang den Füchsen noch einmal der Ausgleich zum 16:16. Eine anschließende Zeitstrafe gegen Berlin nutzten die Gastgeberinnen jedoch aus und gingen mit einer 17:16-Führung in die Kabine.
Auch der Start in den zweiten Durchgang verlief aus Berliner Sicht alles andere als optimal. Die Füchse mussten zunächst noch rund 100 Sekunden in Unterzahl überstehen und gerieten mit 19:16 ins Hintertreffen. Rosengarten nutzte die Phase und baute seinen Vorsprung weiter aus. Beim 23:18 in der 36. Minute und damit fünf Toren Rückstand nahm Susann Müller ihre zweite Auszeit. Die Füchse-Trainerin reagierte und stellte ihre Defensive ebenfalls auf eine 5:1-Formation um. Die taktische Veränderung zeigte Wirkung. Eine folgende Überzahl nutzten die Gäste, um auf 23:20 zu verkürzen und sich Schritt für Schritt zurück in die Partie zu kämpfen. Beim Stand von 26:23 in der 43. Minute nahmen die Gastgeberinnen ihre nächste Auszeit. Michelle Stefes verkürzte anschließend von Linksaußen auf 26:24. Nach einer Zeitstrafe gegen die Luchse schlugen die Füchse in Überzahl zu: Mitte der zweiten Halbzeit erzielte Naomi Conze den umjubelten Ausgleich zum 26:26. Nun war das Momentum endgültig auf Berliner Seite. Zehn Minuten vor Schluss war es erneut Michelle Stefes, die zur 26:27-Führung traf und die Partie damit erneut drehte. Jonna Schaube erhöhte vom Kreis auf 27:29, woraufhin Rosengarten erneut zum TimeOut griff. Doch die Füchse Frauen ließen sich nicht mehr stoppen. In der Schlussphase behielten die Berlinerinnen die Nerven und setzten sich entscheidend ab. Anaïs Gouveia sorgte zwei Minuten vor dem Ende mit ihrem Treffer zum 30:34 für die Vorentscheidung. Den Schlusspunkt setzte schließlich Leoni Baßiner, die mit ihrem fünften Treffer den 36:31-Endstand herstellte.
Damit belohnten sich die Füchse nach einer schwierigen Phase mit einem gelungenen Saisonauftakt – und vor allem mit einer beeindruckenden Reaktion auf den Fünf-Tore-Rückstand zu Beginn der zweiten Hälfte.
„Wir spielen durch die drei aktuellen Verletzungen in einer neuen Konstellation, die sich gerade in der Abwehr und im Zusammenspiel mit unseren Torhüterinnen erst noch finden muss,“ so Füchse Trainerin Müller. „Zu Beginn der zweiten Halbzeit waren wir nicht bereit und geraten dadurch mit fünf Toren in Rückstand. Wie wir uns anschließend in dieses Spiel zurückkämpfen und innerhalb der Partie einen Zehn-Tore-Rückstand aufholen, ist grandios. Das zeigt, dass meine Spielerinnen heute ihr Herz auf der Platte gelassen haben. Die taktische Umstellung auf die 5:1-Abwehr sowie das 7-gegen-6 im Angriff haben wir sehr gut umgesetzt. Beides hat gefruchtet und war ein wichtiger Schlüssel dafür, dass wir dieses Spiel noch drehen konnten.“
Auch Spielmacherin Leoni Baßiner findet Worte zum Spiel. „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und darauf, welchen Kampfgeist wir heute auf die Platte gebracht haben. Nachdem wir gut in die Partie gestartet sind, hatten wir ab der 15. Minute einen kleinen Einbruch. Die Luchse haben hinten das Tor vernagelt und vorne ihre Chancen konsequent genutzt. Unsere 5:1-Abwehr in der 2. Halbzeit hat sie allerdings vor große Herausforderungen gestellt und uns die Möglichkeit gegeben, zurück ins Spiel zu kommen. Am Ende haben wir uns für unseren Einsatz belohnt, das Spiel gedreht und verdient für uns entschieden.“
Am kommenden Wochenende starten die Füchse Berlin Frauen auch im heimischen Fuchsbau in die neue Zweitligasaison. Am Samstagabend ist der Aufstiegsaspirant Bergischer HC zu Gast.
Luchse: Döring, Steinecke; Ackmann 2, Christiansen 4, Mathwig 2/1, Stolle 6, Forsbach, Pieperjohanns 2, Meisner, Saul 4, Böhmker, Döpke 4, Jopp, Sperling 4, Hannemann 3
Füchse: Trooster, Sieg, Hacker; Conze 7, Gouveia 8, Stefes 5, Cappellaro, Thelemann, In de Braekt, Schaube 3, Penzes, Nieuwenweg 8/2, Werle, Baßiner 5/1