Foto: Vincent Brosow
Die Füchse Berlin Frauen haben sich bei ihrem ersten Liga-Heimspiel der Saison mit 29:29 (13:12) vom Bergischen HC getrennt. Vor knapp 450 Zuschauern in der Sporthalle Charlottenburg lieferten sich beide Mannschaften insbesondere in der zweiten Hälfte einen offenen Schlagabtausch. Am Ende mussten sich die weiterhin ersatzgeschwächten Berlinerinnen mit einem Punkt zufriedengeben.
Auch im zweiten Saisonspiel musste Füchse-Trainerin Susann Müller auf drei verletzte Spielerinnen verzichten. Dennoch fanden die Berlinerinnen ordentlich in die Partie. Ein großes Manko war allerdings von Beginn an die Chancenverwertung, die sich vor allem durch die komplette erste Halbzeit zog. Nachdem der Bergische HC zunächst in Führung gegangen war, erzielte Spielmacherin Leoni Baßiner in der vierten Minute per Siebenmeter den 1:1-Ausgleich. Beim Stand von 2:3 ließen die Füchse in der sechsten Minute einen Siebenmeter ungenutzt. Nach zehn Minuten sorgte Anouk Nieuwenweg schließlich für die erste Berliner Führung zum 4:3. Naomi Conze erhöhte kurz darauf auf 5:3, ehe Leoni Baßiner in der 13. Minute sogar das 6:3 folgen ließ. Die Füchse hatten die Partie nun zunächst unter Kontrolle. Beim Stand von 8:5 sah sich BHC-Trainer Ruben Voßhans zu seiner ersten Auszeit gezwungen. Eine anschließende Unterzahl überstanden die Gastgeberinnen schadlos und behaupteten bis zur 20. Minute beim 10:7 ihren Drei-Tore-Vorsprung. Eine weitere Zeitstrafe gegen Berlin wussten die Gäste anschließend jedoch besser zu nutzen. Der BHC verkürzte auf 11:10 und stellte drei Minuten vor der Halbzeit auf 11:11. Anaïs Gouveia sorgte schließlich dafür, dass die Füchse mit einer knappen 13:12-Führung in die Kabine gingen.
Naomi Conze eröffnete den zweiten Durchgang mit ihrem Treffer zum 14:12. Doch der Vorsprung hielt nicht lange: Zwei schnelle Tore des Bergischen HC sorgten bereits in der 33. Minute für den erneuten Ausgleich. Von diesem Zeitpunkt an entwickelte sich eine völlig offene Partie, in der sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Über 17:17 in der 37. Minute blieb das Spiel ausgeglichen, ehe der BHC beim 19:20 in der 42. Minute erstmals seit längerer Zeit wieder die Führung übernahm. Füchse Trainerin Susann Müller reagierte mit einer Auszeit. Im Berliner Tor erhielt anschließend die erst 16-jährige Mercy Hacker ihre Chance, nachdem sowohl Danique Trooster und Thara Sieg zuvor einen unglücklichen Abend erwischt hatten. Alissa Werle stellte von Linksaußen auf 20:20. Nach dem 21:21 Mitte der zweiten Hälfte wurde die Begegnung auf beiden Seiten zunehmend zerfahren. Auch der BHC griff noch einmal zur grünen Karte. Die Füchse legten in der Folge immer wieder einen Treffer vor, konnten sich jedoch nicht entscheidend absetzen. Trotz einiger sehenswerten Paraden von Mercy Hacker fanden die Gäste stets eine Antwort und kamen immer wieder zum Ausgleich. Die Schlussphase bot den Zuschauern noch einmal reichlich Spannung. Anouk Nieuwenweg brachte die Füchse in der 57. Minute per Siebenmeter mit 28:27 in Front. Die anschließende Überzahlsituation bot Berlin die Chance, die Partie vorzeitig zu entscheiden – doch die Gastgeberinnen konnten daraus nicht genügend Kapital schlagen. Beim Stand von 29:28 kam der Bergische HC dann 22 Sekunden vor dem Ende noch einmal in Ballbesitz. Die Gäste spielten ihren letzten Angriff im Sieben-gegen-Sechs aus und bekamen schließlich mit dem Schlusspfiff einen Siebenmeter zugesprochen, welchen sie zum 29:29-Endstand verwandelten.
Füchse-Trainerin Susann Müller sah vor allem in der Chancenverwertung einen entscheidenden Faktor: „Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir zu viele hundertprozentige Chancen liegen gelassen. Da haben wir die Möglichkeit, das Spiel schon früh deutlicher in unsere Richtung zu bringen,“ so die 38-jährige. „Am Ende müssen wir unsere Überzahlsituationen einfach cleverer ausspielen.“
Damit bleiben die Füchse Berlin Frauen auch nach dem zweiten Spieltag ungeschlagen und stehen mit 3:1 Punkten auf dem 5. Tabellenplatz.
Bereits am kommenden Wochenende steht für die Berlinerinnen das nächste Heimspiel an. Dann empfangen die Füchse die Dolphins aus Rostock im Fuchsbau.
Füchse: Trooster, Sieg, Hacker; Conze 5, Gouveia 3, Stefes, Cappellaro 3, Thelemann 1, In de Braekt 1, Schaube 1, Penzes, Nieuwenweg 7/1, Werle 2, Baßiner 6/3
BHC: Lindemann, Wagner; Mann 7/3, Rusko 3, Thomas, Probst, Krahwinkel 2, Trabelsi 4, Tolic 2, Goldmann 5, Holz, Montag 2, Michalczik 2, Gierga 1