Füchse Berlin Frauen

Füchse Frauen stürzen Tabellenführer Mainz 05 – überzeugender 34:24-Heimsieg

Foto: Vincent Brosow

Die Frauen der Füchse Berlin haben im Heimspiel gegen den bisherigen Tabellenführer Mainz 05 ein eindrucksvolles Ausrufezeichen gesetzt. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, einer starken Defensive und einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit feierten die Berlinerinnen einen souveränen 34:24-Erfolg (14:10). Durch den Sieg klettern die Füchse auf den zweiten Tabellenplatz hinter dem neuen Spitzenreiter SG Nürtingen-Zizishausen.

Dabei musste Füchse Trainerin Susann Müller weiterhin auf ihre langzeitverletzte Kapitänin Lucy Gündel verzichten. Dafür kehrte Angela Cappellaro zurück in den Kader der Berlinerinnen.

Die Partie begann auf beiden Seiten nervös. Zahlreiche technische Fehler, intensive Abwehraktionen und ein verworfener Siebenmeter der Gastgeberinnen prägten die ersten Minuten. Erst in der fünften Spielminute erlöste Anouk Nieuwenweg die Füchse mit dem Treffer zum 1:0. Kurz darauf legte Jonna Schaube zum 2:0 nach, ehe auch die Gäste nach sechs Minuten erstmals erfolgreich waren und auf 2:1 verkürzten. In einer zunächst ausgeglichenen Begegnung behielten die Berlinerinnen stets knapp die Oberhand. Besonders die Defensive um die gut aufgelegte Torhüterin Danique Trooster stellte den bisherigen Tabellenführer immer wieder vor Probleme. Mit einem Doppelpack erhöhte Rechtsaußen Anaïs Gouveia in der 14. Minute auf 6:3 und zwang Gästetrainer Jörg Schulze zur ersten Auszeit. Mainz reagierte mit einer taktischen Umstellung und setzte fortan im Angriff auf die siebte Feldspielerin. Zwei aufeinanderfolgende Unterzahlsituationen der Füchse brachten die Gäste anschließend zurück ins Spiel. Aus einer 8:4-Führung wurde ein 8:6, ehe Anaïs Gouveia eine fünfminütige Berliner Torflaute mit ihrem Treffer zum 9:7 beendete. Als Mainz wenig später auf 9:8 verkürzte, griff auch Füchse Trainerin Susann Müller erstmals zur grünen Karte. Die Auszeit zeigte Wirkung. Berlin fand zurück zu mehr Sicherheit im Angriff und konnte sich erneut etwas absetzen. Knapp zweieinhalb Minuten vor der Pause erhöhte Jonna Schaube nach schönem Anspiel von Anouk Nieuwenweg auf 11:8. Mit der Halbzeitsirene war es erneut Jonna Schaube, die mit ihrem bereits fünften Treffer den 14:10 Pausenstand herstellte.

Auch nach dem Seitenwechsel hielt Mainz an der taktischen Variante mit sieben Feldspielerinnen fest und erzielte zunächst den Anschlusstreffer zum 14:11. Doch die Berlinerinnen ließen sich davon nicht beeindrucken. Mit viel Tempo, konsequenten Abschlüssen und einer weiterhin aufmerksamen Defensive bauten sie ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff traf Anouk Nieuwenweg mit ihrem dritten Tor in der zweiten Hälfte zum 18:13. Kurz darauf belohnte Leoni Baßiner eine erfolgreiche Abwehraktion mit einem Treffer ins verwaiste Mainzer Tor zum 19:13 und bestrafte damit das risikoreiche Angriffsspiel der Gäste. Die Füchse hatten nun endgültig die Kontrolle übernommen. Beim Stand von 21:14 versuchte Gästetrainer Jörg Schulze mit einer weiteren Auszeit, den Berliner Lauf zu unterbrechen. Doch auch davon ließen sich die Gastgeberinnen nicht aus dem Rhythmus bringen. Selbst eine erneute Unterzahlsituation überstanden sie nicht nur schadlos, sondern erhöhten in dieser Phase sogar von 23:16 auf 24:16. Mainz versuchte mit ständigen Wechseln zwischen einer kompakten 6:0 und einer offensiveren 5:1-Abwehr, den Spielfluss der Füchse zu stören. Doch die Berlinerinnen fanden immer wieder die passenden Lösungen. Als Anouk Nieuwenweg elf Minuten vor dem Ende auf 26:18 erhöhte, griffen die Gäste zum nächsten taktischen Mittel und stellten auf eine offensive Manndeckung um. Susann Müller reagierte umgehend mit einer Auszeit und bereitete ihre Mannschaft auf die veränderte Abwehrformation vor. Die passende Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Kreisläuferin Jonna Schaube erzielte mit ihrem siebten Treffer das 28:19. In der Schlussphase gelang es Mainz zwar noch einige Male, den Rückstand zu verkürzen, doch der Heimsieg geriet zu keinem Zeitpunkt mehr in Gefahr. Die Füchse Frauen verteidigten ihren deutlichen Vorsprung souverän und zeigten bis zum Schluss eine konzentrierte Leistung. Leoni Baßiner setzte mit den letzten beiden Berliner Treffern schließlich den Schlusspunkt zum hochverdienten 34:24 Endstand.

Nach der Partie zeigte sich Füchse Trainerin Susann Müller entsprechend zufrieden mit dem Auftritt ihrer Spielerinnen: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass wir dieses Spiel auch in dieser Höhe so gestalten konnten. Wir haben 45 Minuten in Unterzahl gedeckt und uns taktisch sehr gut an die Vorgaben gehalten. Alle haben ihren Teil zu diesem Sieg beigetragen. Jetzt gilt es, weiter hart zu arbeiten, denn vor der WM-Pause warten noch vier anspruchsvolle Spiele auf uns.“

Am kommenden Wochenende wartet mit dem Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn Solingen das nächste schwere Auswärtsspiel auf die Füchse Frauen

Füchse: Trooster, Hacker; Conze 2, Gouveia 5, Stefes 1, Cappellaro, Thelemann, van der Baan 1, In de Braekt 1, Schaube 8, Penzes, Nieuwenweg 10/5, Werle, Baßiner 6

Mainz: Fahnenbruck, Kryeziu, Kühne; Mattig, Weidle 2, Althaus 1, Kühlborn 4/1, Burgard 2, Schulze 1, Bartaseviciute, Feiniler 4, Kern 1, Udaw 3, Thoß 2, Grawe, Rhein 4