Füchse Berlin Frauen

77 Tore: Füchse Frauen gewinnen torreiches Duell in Leverkusen

Die Füchse Berlin Frauen haben sich in einem offensiv geprägten Auswärtsspiel beim Rekordmeister TSV Bayer 04 Leverkusen mit 37:40 (16:19) durchgesetzt. In einer temporeichen Begegnung bewiesen die Berlinerinnen immer wieder ihre Offensivqualitäten, mussten gegen kämpferische Gastgeberinnen jedoch bis in die Schlussphase konzentriert bleiben.

Personell mussten die Berlinerinnen weiterhin auf die verletzten Lucy Gündel (Knie) und Angela Cappellaro (Finger) verzichten. Auch die junge Torfrau Mercy Hacker, die bei der U16-Weltmeisterschaft für Deutschland im Einsatz ist, stand nicht zur Verfügung. Dafür rückte Josephine Flowers aus der zweiten Mannschaft als Torhüterin in den Kader.

Die Berlinerinnen starteten konzentriert in die Begegnung und gingen direkt im ersten Angriff durch Anaïs Gouveia mit 0:1 in Führung. Doch auch die Gastgeberinnen fanden schnell ihren Rhythmus, sodass sich zunächst ein ausgeglichener Schlagabtausch entwickelte. Jonna Schaube sorgte mit einem Doppelpack vom Kreis für die Berliner Treffer zum 3:4 und 3:4 in der 5. Minute. Leverkusen verkürzte wenig später per Siebenmeter auf 4:5 (7.), ehe Laura Penzes den Vorsprung in der 8. Minute wieder auf zwei Tore ausbaute (4:6). Die ehemalige Füchsin Lara-Sophie Fichtner hatte allerdings prompt die passende Antwort parat und stellte auf 5:6. In der Folge blieb die Partie eng. Beim Stand von 7:7 begegneten sich beide Mannschaften längere Zeit auf Augenhöhe, bevor Anouk in der 14. Minute die erneute Berliner Führung zum 7:8 erzielte. Zwei vergebene Strafwürfe in der Anfangsviertelstunde verhinderten zu diesem Zeitpunkt eine deutlichere Führung der Gäste. Anschließend gelang es den Füchsen, sich erstmals etwas abzusetzen. Zwei schnelle Treffer, darunter das Tor von Michelle Stefes zum 7:10 in der 16. Minute, zwangen Leverkusen zur ersten Auszeit. Die Gastgeberinnen agierten fortan mit vier Rückraumspielerinnen. Auch eine Unterzahlsituation überstanden die Berlinerinnen beim Stand von 9:11 gut und gingen mit einer 11:13 Führung in die letzten zehn Minuten des ersten Durchgangs. Ein besonderer Moment folgte in der 23. Minute: Rechtsaußen Britt van der Baan, die nach ihrer Verletzung erst ihr zweites Spiel für die Füchse absolvierte, erzielte ausgerechnet an ihrer ehemaligen Wirkungsstätte ihren ersten Treffer im Berliner Trikot und erhöhte auf 12:15. Leverkusen ließ sich jedoch nicht abschütteln und verkürzte auf 13:15, woraufhin Füchse-Trainerin Susann Müller ihre erste Auszeit nahm. Die „Elfen“ stellten anschließend auf eine 5:1-Abwehrformation um und hielten die Begegnung weiter offen. Besonders stark präsentierten sich die Berlinerinnen dann in einer Unterzahlphase kurz vor der Pause: Aus einer knappen 15:16 Führung machten sie ein 15:18. Michelle Stefes setzte schließlich mit einem verwandelten Siebenmeter den Schlusspunkt unter eine torreiche erste Halbzeit und sorgte für den 16:19 Pausenstand.

Auch nach dem Seitenwechsel waren die Füchse sofort hellwach. Wie schon zu Beginn der Partie gehörte der erste Treffer den Gästen: Naomi Conze erhöhte auf 16:20 und legte wenig später das 17:21 nach. Eine weitere Unterzahlsituation überstanden die Füchse nahezu unbeschadet und bauten ihren Vorsprung von 19:21 auf 20:23 aus. In der 39. Minute nutzte Leverkusen dann eine erneute Berliner Unterzahl, um von 21:25 auf 23:26 zu verkürzen. Anouk Nieuwenweg stellte mit ihrem Treffer zum 23:27 jedoch umgehend den vier-Tore-Abstand wieder her.

Mitte der zweiten Halbzeit bot sich den Berlinerinnen beim Stand von 26:29 in Überzahl die Gelegenheit, den Vorsprung weiter auszubauen. Stattdessen kämpften sich die „Elfen“ erneut heran und verkürzten auf 27:29. Susann Müller reagierte in der 46. Minute mit ihrer zweiten Auszeit, um ihre Mannschaft für die entscheidende Phase neu einzustellen. Doch Leverkusen blieb unbequem und fand immer wieder Lösungen gegen die Berliner Defensive. Naomi Conze übernahm in dieser Phase Verantwortung und erzielte mit ihrem sechsten Treffer das wichtige 28:30. In der 49. Minute nahm daraufhin auch die Leverkusener Bank eine weitere Auszeit. In den letzten zehn Minuten entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem beide Mannschaften weiterhin mit hohem Tempo nach vorne spielten. Leoni Baßiner und Naomi Conze steuerten jeweils zwei wichtige Treffer bei und sorgten unter anderem für die Zwischenstände von 30:33 und 31:35 (54.). Als Jonna Schaube fünf Minuten vor dem Ende mit ihrem sechsten Treffer vom Kreis auf 31:36 erhöhte, schien die Vorentscheidung gefallen. Doch Leverkusen nutzte eine Berliner Unterzahl, um noch einmal auf 34:37 heranzukommen. Die Füchse behielten in der hektischen Schlussphase jedoch die nötige Ruhe und ließen sich den Auswärtserfolg nicht mehr nehmen. Anaïs Gouveia traf zum wichtigen 35:38, ehe Jonna Schaube mit dem 7. Treffer den 37:40 Endstand besiegelte.

Trotz der starken Offensivleistung und der zwei gewonnenen Punkte sah Füchse Trainerin Susann Müller nach der Partie insbesondere in der Defensive Verbesserungsbedarf: „Mit den 40 geworfenen Toren bin ich mehr als zufrieden, aber 37 zu kassieren entspricht absolut nicht unserem Anspruch. Wir haben jetzt eine gute Woche Zeit, das zu analysieren und für uns die Lehren daraus zu ziehen, und dann steht schon das nächste Topspiel an.“

Aufgrund der internationalen Woche ist die 2. Alsco Handball Bundesliga am kommenden Wochenende spielfrei. Die Füchse Berlin haben somit etwas Zeit sich gezielt auf die nächste Herausforderung vorzubereiten.

Denn Am 31. Oktober wartet bereits das nächste Spitzenspiel auf die Berlinerinnen: Mit dem 1. FSV Mainz 05 gastiert der aktuell noch ungeschlagene Tabellenführer im Fuchsbau.

Lev: Pajak, Muth; Aufdemkamp, Gruner 10/4, Fichtner 7, Clauberg 4, Sauerwald, Souza 6, Cormann 1, Specht 2, Gruber 7, Emgen

Füchse: Trooster, Flowers; Conze 9, Gouveia 4, Stefes 5/2, Thelemann, van der Baan 1, In de Braekt 2, Schaube 7, Penzes 1, Nieuwenweg 5, Werle 1, Baßiner 5/1