Die Berlinerinnen drehen eine Vier-Tore-Rückstand und sichern sich beim bis dhain ungeschlagenen VfL Waiblingen mit einem 22:25-Erfolg zwei wichtige Auswärtspunkte.
Die Voraussetzungen für das schwere Gastspiel bei den Tigers waren alles andere als optimal. Neben Lucy Gündel, Britt van der Baan und Zoe Ludwig musste Müller kurzfristig auch auf Laura Penzes verzichten. Dennoch erwischten die Berlinerinnen zunächst den besseren Start: Jonna Schaube erzielte den ersten Treffer der Partie und brachte die Gäste mit 0:1 in Führung. Insgesamt war beiden Mannschaften in den Anfangsminuten jedoch eine gewisse Nervosität anzumerken. Nach fünf Minuten stand es 2:2, ehe die Gastgeberinnen zunehmend besser in die Partie fanden. Mit vier Treffern in Folge setzte sich Waiblingen auf 6:2 ab und zwang Susann Müller bereits nach zehn Minuten zur ersten Auszeit. Die zeigte Wirkung. Naomi Conze und Leoni Baßiner verkürzten auf 6:4 und brachten die Füchse wieder heran. Die Tigers verteidigten ihren Zwei-Tore-Vorsprung zunächst und führten Mitte der ersten Halbzeit mit 8:6. Vor allem einige ausgelassene Großchancen verhinderten, dass Berlin den Rückstand weiter verkürzen konnte. In Unterzahl gerieten die Füchse bis zur 24. Minute schließlich mit 11:7 ins Hintertreffen. Dann kam der Wendepunkt: Torhüterin Danique Trooster parierte einen Siebenmeter und gab damit das Startsignal für eine starke Berliner Aufholjagd. Leoni Baßiner, Naomi Conze und ein Doppelpack von Alissa Werle brachten den Hauptstadtclub bis zur Pause auf 12:11 heran.
Nach dem Seitenwechsel machten die Füchse genau dort weiter. Naomi Conze erzielte den ersten Treffer der zweiten Hälfte zum 12:12-Ausgleich. Wenig später war es Alissa Werle, die ihre Mannschaft beim 13:14 in der 34. Minute erstmals seit dem 1:2 wieder in Führung brachte. Es entwickelte sich nun ein offener Schlagabtausch in der Rundsporthalle, in dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Waiblingen legte immer wieder mit einem Treffer vor, doch die Füchse fanden stets die passende Antwort. Beim Stand von 19:20 in der 47. Minute nahm Tigers-Trainer Michael Stettner seine Auszeit. Den nächsten Treffer erzielten allerdings erneut die Gäste: Naomi Conze erhöhte auf 19:21. Auch eine anschließende Unterzahl brachte Berlin nicht aus dem Konzept. Waiblingen konnte zwar noch einmal verkürzen, doch die Füchse antworteten und stellten bis zur 53. Minute den Zwei-Tore-Abstand zum 20:22 wieder her. Die Tigers reagierten mit ihrer nächsten Auszeit und setzten im Angriff fortan auf die siebte Feldspielerin. Die Berliner Defensive hielt jedoch dagegen – und hatte mit Danique Trooster an diesem Tag einen starken Rückhalt zwischen den Pfosten. Auch eine weitere Unterzahl überstanden die Füchse schadlos. Alissa Werle sorgte anschließend mit ihrem achten Treffer für das 20:23. Waiblingen verkürzte noch einmal und öffnete in der Schlussphase die Deckung. Die dadurch entstandenen Räume konnten die Berlinerinnen nutzen und Anaïs Gouveia stellte schließlich den 22:25-Endstand her.
„Wir wussten, dass uns hier ein hartes Spiel erwartet,“ so Füchse Trainerin Susann Müller. „Wir machen uns das Leben gerade in der ersten Halbzeit durch frei verworfene Bälle selber schwer, kommen dann besser aus der Pause und finden auch in unser Tempospiel. Ich bin sehr glücklich über diese zwei wichtigen Auswärtspunkte.“
Auch Torfrau Danique Trooster zeigt sich nach dem Spiel glücklich: „Waiblingen und auch wir selbst haben es uns heute nicht leicht gemacht. Nach einem Spiel mit vielen Höhen und Tiefen, Unentschieden, Führungen und Rückständen konnten wir unseren wechselhaften Angriff mit einer guten Abwehr kompensieren. Auch nicht so schöne Spiele muss man gewinnen und genau das haben wir heute gemacht. Ich bin stolz auf uns als Team und wir freuen uns sehr über diese zwei Punkte.“
Aufgrund der internationalen Woche steht für die Füchse nun zunächst ein spielfreies Wochenende an. Am 3. Oktober geht es im Pokal-Achtelfinale auswärts gegen den HC Rödertal weiter. Das nächste Ligaspiel folgt am 10. Oktober im heimischen Fuchsbau. Dann empfangen die Berlinerinnen den noch ungeschlagenen Tabellenführer SG Nürtingen-Zizishausen.
Tigers: Thomsen, Hoke; Allgaier, Gettwart 1, Hofer, Kattner 3, Brand 2, Gisa 2, Hönig 4/1, Würdinger, Heinzer 8, Nagy, Vrabie 2, Eckardt
Füchse: Trooster, Sieg; Conze 4, Gouveia 4, Stefes 1, Cappellaro 1, Thelemann, In de Braekt 1, Schaube 2, Nieuwenweg 1, Werle 8/5, Baßiner 4